Erst nach Tagen wurde sie entdeckt.
Am Freitagnachmittag zogen über die Region Bischofswiesen und Bad Reichenhall nieder.
Am Hochstaufen war ein Blitz in den Bergwald eingeschlagen und hatte dort ein Feuer verursacht. Auch in Bischofswiesen schlug ein Blitz im Bergwald oberhalb des Ortsteils Winkl in den dichten Kiefernwald ein. Zunächst war eine deutliche Rauchsäule festzustellen, doch jede Suche nach dem Einsatzort blieb erfolglos. Offensichtlich hatte der starke Regen den Brand gelöscht. Das war zumindest die Annahme und bis Samstag Nachmittag um 16 Uhr war das auch so.
Dann meldeten mehrere Anrufer starke Rauchsäulen im Bergwald.
Sofort wurde Bergwald-Feuerwalarm ausgelöst und die Feuerwehrkräfte aus Bischofswiesen, die noch am Vormittag bei einem Gebäudebrand im Einsatz standen, mussten erneut zu einem Feuer ausrücken.
Der Bergwald ist jedoch extrem steil und die Forstwege erschließen keineswegs das gesamte Gelände.
Zufahren ist nur mit geländegängigen Fahrzeugen möglich. Doch wo ist der Brand?
Zwar kann eine Rauchsäule den Weg weisen, doch spätestens, wenn man im Bergwald unterwegs ist, verliert man diese schnell aus den Augen.
Die Einsatzkräfte gingen systematisch vor und suchten in einer Kombination aus Sehen und Riechen. Ja, sie fanden die Einsatzstelle, etwa 250 Höhenmeter oberhalb des Ortsteils Winkl.
Aber es war ein sehr steiler und unzugänglicher Ort. Just jener Baum, der den Blitzschlag offensichtlich am Freitag vollends abbekommen hatte, stand mitten in einer Felswand.
Die Spuren des Blitzes sind am Baum eindeutig zu erkennen, ebenso die Rauchsäule und der Brand. In den letzten zwei Tagen hatte sich das Feuer von einem zweiten vom Blitz getroffenen Baum auf rund 50 m² ausgebreitet. Unterirdisch brannte es, glimmte immer wieder auf und breitete sich teilweise talwärts, teilweise bergwärts aus.
Heute Nachmittag kam es dann zum Ausbruch einer starken Rauchentwicklung und so wurde das Feuer entdeckt.
Als man den Brand ungefähr 200 Meter unterhalb der Forststraße entdeckt hatte, baute man eine Schlauchleitung über die 200 Meter auf und organisierte einen Pendelverkehr für die Wasserversorgung. Jede einzelne Brandstelle, jeder Schlauch, jede Motorsäge und auch die Seile zur Sicherung mussten zum Einsatzort getragen werden.
Insgesamt mussten mit mehreren Löschfahrzeugen und einem privaten Unimog mit 4.000-Liter-Wassertank 19.000 Liter Löschwasser auf den Berg gefahren werden. Damit gelang es, das Feuer zu löschen, indem der Boden händisch aufgebrochen wurde.
Auch der Bürgermeister von Bischofsmais, Wolfgang Fegg, war zum Brandeinsatz gekommen und hatte sich persönlich ein Bild der Lage gemacht. Glücklicherweise konnte auch die Bevölkerung, die den Brand entdeckt hatte, das schnelle Eingreifen ermöglichen. Die Bergretter aus Berchtesgaden unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehr beim Sichern der Feuerwehrleute, die sich teilweise an einer senkrechten Wand seilen mussten, um die Glutnester zu bekämpfen.
In der anschließenden Nachbesprechung wurden die Schwierigkeiten des Löscheinsatzes und die Herausforderungen besprochen.
Für eventuelle Nachlöscharbeiten wurden Schläuche und anderes Material am Einsatzort zurückgelassen, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können.
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Die rund 50 Einsatzkräfte konnten den Einsatz ab Abend erfolgreich beenden. Sie wurden von der Landkreisdrohne unterstützt. Aufgrund der enormen Hitze waren die Steine in der Felswand jedoch so stark erhitzt, dass eine einzelne Lokalisierung von Glutnestern nicht möglich war.
