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Samstag, 8. August 2026

Tradition, christliche Werte und Glaube – was, wenn die Realität anders aussieht und sich Populisten entlarven?

Beeindruckende Predigt.

 

Sonntag, es wird zur Messe in St. Nikolaus nach Marktschellenberg geladen.
Morgens kurz nach 8 Uhr drückt die hochsommerlich schwüle Luft ins Kirchenschiff. Nur wenige Gläubige waren gekommen, gerade in einer Region, in der sich sehr viele stark für Brauchtum, Tradition und christliche Werte äußern. Ob sie sich dafür einsetzen und danach leben, steht auf einem anderen Blatt. Eigentlich dürfte man erwarten, dass die Kirche zumindest bis zur Hälfte gefüllt ist, da sie diese so hochgelobten Werte auch leben sollten. Ja, es sind Ferien, und einige sind in den Urlaub gefahren, andere müssen raus aufs Feld, um die Heuernte einzubringen. Aber nur wenige sind tatsächlich noch Landwirte.
Umso mehr verwundert es, dass nicht all diese strammen Christen, Verfechter der guten alten Zeit und traditionellen Werte, nun das Kirchenschiff füllen, um ihrem Pfarrer zuzuhören, der eine Predigt hält. In der Region sind nicht wenige stramme Verfechter christlicher Traditionen und lehnen alles Fremde kategorisch ab. Sie sagen, andere Religionen hätten nichts mit den Werten in ihrem Land zu tun.

Umso imposanter ist dann die Botschaft, die Pfarrer Thomas Frauenlob in seiner Predigt vermittelt. 
Christlich bedeutet nicht nur, die zu lieben und zu ehren, die einem nahe stehen, sondern auch die Fremden. Christlich bedeutet, so wie im Tischgebet, das gesungen wurde: „Aller Augen warten auf dich und deinen Speise zur rechten Zeit.”
Im weitesten Sinne bedeutet das, dass alle willkommen sind und alle Speise erhalten sollen.

So verurteilt Pfarrer Frauenlob den Hass in den sozialen Medien, in denen Hass und Hetze betrieben wird, indem Menschen verurteilt und verfolgt werden. 


Nein, gerade in einem Punkt: Wenn viele dieser Gläubigen oder angeblich Gläubigen bei Fällen wie in Ceuta, bei denen über 70 Menschen ertranken, weil sie die Hoffnung auf ein besseres Leben haben, als Angriff bezeichnet werden. Wenn soziale Leistungen für Menschen, die einfach anders sind, wie Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, aus anderen Kulturkreisen stammen, anders leben, anders sprechen, im deutschen Dialekt herabgewürdigt werden. Wenn sie als unwert erachtet werden.
Dann ist das Hass und Hetze, dann ist das nicht die Religion, die das Christentum ausmacht.

In der Predigt sagte Pfarrer Frauenlob, als die Männer um Jesus zu den Massen, die vor ihm standen, sagten: „Geht und kommt wieder, wenn ihr etwas gegessen habt”, und Jesus sagte: „Nein, lasst sie da und gebt ihnen Speise und Trank, es ist genug da.”

So sagte diese Aussage nur, dass man teilen soll, dass man sich nicht in seinem Reichtum laben soll, während andere dabei zusehen, wie sie verenden. (Interpretation)


Diese Predigt blieb den wenigen, die zum Gottesdienst kamen, stark im Gedächtnis und auch einen Tag später wurde darüber gesprochen.

Aber was Pfarrer Thomas Frauenlob auch noch sagte, ist, dass diejenigen, die immer wieder darauf hinweisen, die angegriffen werden, einen der Buße und eine Art Märtyrertum gehen, denn sie stehen fest gegen all jene, die sich wie Pharisäer verhalten.

Es bleibt abzuwarten, ob sich in Zukunft vielleicht der eine oder andere stramme Wächter der Kulturen, wie sie sich oft selbst titulieren, besinnt und diese Werte wirklich lebt, oder ob es nur dumme, hohle, von Hass erfüllte Phrasen intoleranter Menschen sind, deren Leben aus Angst und Ängsten vor dem Neuen, der Zukunft und der Barmherzigkeit besteht.

 

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