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Samstag, 29. August 2026

Vor einem Jahr retteten sie die Schwerverletzte aus der Almbachklamm. Das Unfallopfer bedankt sich bei den Rettern.

  • Nachrichten Kategorien, Freie Fotografen, TV & Video, Einsatzdokumentationen
  • Meldungs-ID:
  • Marktschellenberg
  • Erstellt von Ferdinand Dörfler-Farthofer

Gleich zwei Einsätze auf einmal!

 

Es war der 21. Juli 2025, als die Rettungskräfte der Bergwacht Marktschellenberg gegen frühen Nachmittag zu einem Einsatz in die Almbachklamm alarmiert wurden. Person abgestürzt im Wasser. Dieses Einsatzstichwort veranlasste die Leitstelle, eine größere Alarmierung zu veranlassen. So wurden neben der Bergwacht Marktschellenberg auch die Canyoning-Retter, die Alpinpolizei und der Rettungsdienst sowie der Rettungshubschrauber alarmiert.

Noch auf der Anfahrt zum Einsatz wurde das Ereignisstichwort dann erhöht, denn plötzlich waren zwei Personen in zwei Unfällen im Wasser gemeldet.

Für die Bergretter bedeutete dies, zwei Einsätze gleichzeitig zu bewältigen. Während der Rettungshubschrauber „Christoph 14” bei seinem Anflug einen Suchflug zur möglichen Einsatzstelle machte, eilten die Bergretter*innen und die Canyoning-Retter*innen in die Klamm, um die verunfallten Personen zu retten.

Einsätze in der Almbachklamm in Marktschellenberg sind keine Seltenheit. Jedes Jahr müssen die Retter*innen ausrücken, um erkrankte und verunfallte Menschen aus der Klamm zu retten.

Dieser Tag wird den Rettern jedoch wie viele andere lange in Erinnerung bleiben.

Während der Hubschrauber zunächst keine Sichtung machte, fanden die Fußtruppen eine Frau mit aufgeschlagenem Knie, die humpelnd den Weg aus der Klamm hinabging, jedoch im oberen Teil der Klamm. 
Wenig später trafen die Retter bei einer Holländerin ein, die auf kleinem Geröll ausgerutscht und auf einer Treppe gestürzt war. Sie hatte sich offensichtlich das rechte Sprunggelenk gebrochen. 
Die Bergretter versorgten die Frau und entschieden nach kurzer Zeit, sie mit dem Hubschrauber aus der Klamm auszufliegen.

Eine absolute Hochleistung der Retter, denn damit sie überhaupt mittels Seilwinde aufgenommen werden konnte, mussten die Retter die Verletzte in die Mitte einer der Brücken bringen.

 

Mit dem Luftrettungsgerät ging es 50 Meter weit hinauf, vorbei an den steilen Wänden der Almbachklamm, zu der verletzten Frau. Deren Pilot kämpfte mit dem Wind, um ein sicheres Abseilen zu gewährleisten. Anschließend wurde die Frau zum Landeplatz vor der Klamm gebracht, wo sie weiter medizinisch versorgt wurde. Danach wurde sie mit dem Rettungswagen ins Kreisklinikum Bad Reichenhall gebracht.

Die zweite Patientin wurde zu Fuß aus der Klamm gebracht und in einen Krankenwagen übergeben.

Genau ein Jahr nach dieser für Nathalie M. dramatischen Rettung kam sie mit ihrem Mann zurück zum Ort des Geschehens. Am Abend besuchten sie die Rettungskräfte in der Dienststelle. Sie bedankten sich herzlich für ihre Rettung und waren voller Lob für diese einzigartige Rettungsaktion. 
In ihrer Dankesrede zu den jungen Bergretter*innen schilderte sie es so: „Ich komme aus dem flachen Holland und ja, man sieht im TV so manche Serie über Retter*innen, die spektakuläre Rettungen für Verunfallte durchführen. Nun war ich am 21. Juli 2025 selbst im Mittelpunkt einer solchen Rettung. Plötzlich erlebte ich selbst, wie es ist, von hochprofessionellen und sehr netten Menschen gerettet zu werden. Sie gaben mir in einer sehr dramatischen Situation Sicherheit und Zuversicht. Ja, ich wurde an den steilen Felswänden zum Hubschrauber hinaufgezogen. Ich bin diesen Menschen sehr dankbar und bin froh, ihnen das auch persönlich sagen zu können.

So bekamen die Retter aus Marktschellenberg einmal für ihren unermüdlichen Einsatz ein herzliches Dankeschön und erfuhren gleichzeitig, wie es ihrem Unfallopfer nach einem Jahr so geht. Sie musste zwischenzeitlich zweimal operiert werden, kann aber wieder laufen und am Leben teilhaben – und das dank der Retter.
 

 

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