Seit Jahrzehnten findet in Köln der größte CSD-Umzug Europas statt – und in diesem Jahr wurde er zu einem der Superlative.
Laut Veranstalter hat es noch nie so viele Teilnehmer gegeben: ca. 60.000 auf den Fahrzeugen, über 100 LKW und rund 300 Gruppen. Und so viele Besucher: ca. 1,5 Millionen, die den CSD feierten.
Der CSD ist aber nicht nur ein Zeichen für queere Rechte, sondern auch für Vielfalt, für ein buntes Leben, für Toleranz und für Vielfältigkeit.
So hat in diesem Jahr zum zweiten Mal auch der Deutsche Journalisten-Verband, Landesverband NRW und Rheinland-Pfalz, mit Unterstützung des BJV teilgenommen.
Innerhalb einer Woche war es der zweite Einsatz des bayerischen Organisationsteams, das den LKW für die Parade vorbereitete und nach Köln brachte.
Das Besondere war, dass in Köln auch viele prominente Schauspieler und Filmschaffende an der Parade teilnahmen, so auch fünf auf dem Fahrzeug des Journalistenverbandes.
Imposant waren auch die vielen großen Konzerne aus Deutschland und Europa, die mit eigenen Fahrzeugen am CSD teilnahmen.
Die Polizei bestätigte, dass es sich um eine extrem friedliche Demonstration handelte. Es gab einige wenige alkoholbedingte Einsätze für den Rettungsdienst, aber sonst keinerlei nennenswerte Vorkommnisse.
Ein ganz anderes Bild als bei sonstigen Demonstrationen, bei denen meiner Meinung nach Tausende Polizeikräfte zusammengezogen werden müssen, um für die Sicherheit der Demonstrierenden und der Zuschauer zu sorgen.
Dass die queere Szene aber auch die Welt, gerade die des Journalismus, extrem unter Druck steht und leidet, ist tagtäglich zu spüren.
In vielen Ländern müssen queere Menschen oder auch Menschen, die anders denken, empfinden und fühlen, mit Repressalien bis hin zur Todesstrafe rechnen. In den USA, dem Geburtsland der CSD, hat die Politik im Weißen Haus sogar Sanktionen gegen Unternehmen verhängt, die queere Menschen unterstützen, und vieles mehr.
Der Journalismus ist seit Jahren extrem unterbeschäftigt.
„Lügenpresse“ ist ein Spruch, den heutzutage fast jede Journalistin und jeder Journalist in ihrem bzw. seinem Alter erleben musste. Aber auch direkte Angriffe, sei es verbal über soziale Medien oder auch direkt im Lebensumfeld, erleben extrem viele Journalist*innen fast täglich.
In Bayern ist beispielsweise gerade ein Kollege dauerhaften Angriffen von Kritikern seiner Berichterstattung ausgesetzt. Das ging sogar so weit, dass um 4 Uhr morgens ein Betrunkener auf dem Grundstück der Wohnadresse erschien und durch Zufall vom betroffenen Journalisten angetroffen wurde. Offenbar wollte er Manipulationen an den Fahrzeugen oder dem Haus des Journalisten durchführen. Der Journalist und auch seine Familie wurden verbal sogar mit dem Umbringen bedroht, in den sozialen Medien wurde eine Hetzkampagne gegen ihn gestartet – und das wegen lokaler Berichterstattung zu Ereignissen der Region. Die Gesellschaft wird immer verroher und dieser eine Fall ist nur einer von sehr vielen. Eine Einschränkung der Berichterstattung, das heißt, dass wir bestimmen, was ihr berichten dürft, ist so etwas. Gerade als der Bundeskanzler die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung verkündet, versucht die Regierung still und heimlich, das Informationsfreiheitsgesetz so zu verändern, dass es vollkommen ausgehöhlt wird. Dadurch wird das Aufdecken von Skandalen, Amtsmissbrauch und Steuergeldern in Zukunft extrem erschwert.
Jeden Tag versucht die Politik, gerade von Populisten vor sich hergetrieben, diesen Extremisten zu gefallen und dementsprechend zu agieren.
Deswegen ist diese Demonstration in Köln oder auch vor einer Woche in München extrem wichtig, denn sie soll aufrütteln und nicht hinnehmen, was derzeit passiert.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul sagte bei der Eröffnung des CSD Köln: „Wir müssen eine tolerante, weltoffene, bunte Welt bleiben.”
Impressionen dieses gigantischen Zeichens der Macht gibt es hier bei AKTIVNEWS.
