Es war das heißeste Wochenende seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa angekündigt. Der Hitzerekord wurde ebenso geknackt, wie prognostiziert.
Doch der Christopher Street Day in München stand an, gleichzeitig fand er in Budapest statt.
War der CSD in Budapest noch vor einem Jahr unter der Regierung von Viktor Orbán verboten worden, fand er dieses Jahr ganz legal statt und zog Tausende an. Ein sehr positives Zeichen für die Zukunft des Landes Ungarn und den Wiedereintritt in die Wertegemeinschaft der europäischen Staaten der Europäischen Union.
Der CSD in München ist wie jedes Jahr trotz vieler Befürchtungen im Vorfeld, was die Sicherheit und die Gefahrenlage durch Extremisten und Rechtspopulisten aufgrund von Homophobie betrifft, extrem beliebt.
Im Nachgang berichten die Veranstalter und die Sicherheitsbehörden von ca. 350.000 Besuchern, über 30.000 Teilnehmern und über 300 Gruppen, die mitlaufen oder fahren. Und es wurde ein mächtiges Zeichen der Toleranz und Verbundenheit gesetzt.
Der Malteser Hilfsdienst, der die gesamte Veranstaltung sanitätstechnisch betreute, berichtete von knapp 40 Hilfeleistungen und Versorgungen.
Die Teilnehmer achteten extrem auf viel Wasser und Getränke, aber wenig Alkohol, wodurch es auch wenig Probleme gab.
Für den Bayerischen Journalistenverband war es nun das dritte Mal, dass sie am CSD teilnahmen.
Ein absolutes Leuchtturmprojekt für die Medienvielfalt: „Toleranz ist bunt und nicht bedrückend.”
Die Stimmung unter den Teilnehmern und Zuschauern war extrem gut.
Ja, es wurde schrill und laut, aber laut mit Musik an allen Ecken und Enden. An den Häusern, von Kirchentürmen und überall wehten Regenbogenfahnen.
Vorneweg marschierte der neue Bürgermeister von München und zeigte so, dass München eine weltoffene, tolerante Stadt ist.
In kurzen Gesprächen berichten Anwohner, dass sie es lieben, wie fröhlich diese Menschen alle sind, und dass diese Demonstration einen großen Unterschied zu den rechten Demos macht. Hier wird laut getanzt, Spaß und Lebensfreude propagiert.
Bei rechtspopulistischen und sonstigen politisch extremistischen Demonstrationen wird hingegen Hass und Unzufriedenheit herausgebrüllt.
Wir sind doch alle bunt. Stoßen Sie sich mal das Knie und haben einen Bluterguss. Dieser entwickelt sich zu einer bunten Vielfalt. Sie schmerzt, aber so ist ein Bluterguss. Er wird immer bunt.
Freudestrahlende Polizeibeamt*innen, die im Takt mitwippen, Fröhlichkeit vermitteln und bemüht sind, Menschen zu helfen. Ja, es ist so schön friedlich und toll, eine klare Ansage dieser verschiedenen Beamten.
Auch der BJV eilte einem Menschen, der überhitzt war und Kreislaufprobleme bekam, sofort zu Hilfe. Aus den Erfahrungen vor zwei Jahren, als sie im Team mit der Polizei schon einmal das Leben eines Teilnehmers retten konnten, indem sie ihn wiederbelebten, achtete man im Organisationsteam auf eine schnell einsetzbare medizinisch versierte Gruppe. So wurde Party gemacht für eine bunte, freie Welt ohne Hass und Hetze.
Harald Stocker, der Vorsitzende des BJV, brachte es in einem kurzen Statement auf den Punkt: „Wir haben richtig Spaß und wir wollen eine Medienvielfalt und eine tolerante Gesellschaft.”
Impressionen dieser besonderen Demonstration gibt es hier bei AKTIVNEWS.
