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Sonntag, 9. August 2026

Aus einem Güterwagon tritt Natriummethanol aus. Der Salzburger Hauptbahnhof muss evakuiert werden.

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  • Meldungs-ID:
  • Salzburg
  • Erstellt von Ferdinand Dörfler-Farthofer

Großeinsatz

 

Großeinsatz


Auf den Verkehrswegen durch Europa werden tagtäglich viele hochbrisante Gefahrstoffe transportiert. 
So auch auf den Gleisen, die zu den sichersten Verkehrswegen gehören, die uns zur Verfügung stehen. 
Der Vorteil ist die enorme Masse, die ein Güterzug transportieren kann.
Wenn es jedoch einmal ein Problem gibt, dann hat das sofort Auswirkungen auf das gesamte Infrastruktur-System der betroffenen Stelle. 
So wie heute am Hauptbahnhof in Salzburg. Bei Routinekontrollen der Eisenbahnbeschäftigten ist an einem Güterzug etwas Besonderes aufgefallen. 
In einem Kesselwagen in Form eines Überseekontainers für flüssige Stoffe fand man ein kristallines Pulver, das offensichtlich aus dem Tanksystem ausgetreten war.
Durch die Gefahrenerkennung wurde schnell klar, dass dieses Mittel hochentzündlich ist und in Verbindung mit dem Mischmittel Methyl auch toxisch.

Die Folge war, dass der Zugverkehr am gesamten Hauptbahnhof eingestellt werden musste und das Areal großräumig geräumt und evakuiert werden musste. 
Der Landeschemiker übernahm zusammen mit der Feuerwehr und dem Bundesministerium für Inneres die Einsatzkoordination. Zunächst mussten die Personenzüge aus dem Bahnhof entfernt und ein aufwendiger Löscheinsatz vorbereitet werden. Anschließend wurde der Zug, in dessen Wagons sich noch weitere hochgefährliche Chemikalien befanden, abgefahren. Der betroffene Gefahrenzug blieb vor Ort, während der Nachbarzug, der mit hundertausenden Litern Treibstoff beladen war, aus dem Bahnhof geschleppt wurde.


Unter Säureschutzanzügen der zweit höchsten Kategorie, in denen die Feuerwehrkräfte völlig isoliert von der Umwelt agieren können, konnten die Einsatzkräfte das Gefahrengut sichern, die Dichtigkeit des Wagens überprüfen und die Einsatzstelle reinigen.

 


Glücklicherweise wurde bei dem Einsatz niemand verletzt und der eigentliche Eingriff durch die Spezialisten dauerte nur wenige Minuten. Dennoch stand der Zugverkehr über die Westbahnstrecke für mehr als drei Stunden komplett still. 
„Ja, wir haben den absoluten Worst Case für die Infrastruktur. Gerade jetzt zum Feierabend ist der Personen-Nah- und Fernverkehr komplett eingestellt, und das hat enorme Folgen für die Reisenden”, so Branddirektor Kloiber im Gespräch mit AKTIVNEWS.

So Branddirektor Kloiber im Gespräch mit AKTIVNEWS.
Um 19 Uhr konnten die Maßnahmen aufgehoben und der Einsatz beendet werden.
Der betroffene Zug kann in der Nacht seine Weiterfahrt zum Zielort der Chemischen Industrie fortsetzen.

Neben der Berufsfeuerwehr waren auch die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Salzburg und das Rote Kreuz mit einem Großaufgebot vor Ort.

Für die Nahverkehrreisenden wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, für den Fernverkehr gestaltete es sich schwieriger, da manche Züge großräumig umgeleitet wurden. 

 

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