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Samstag, 8. August 2026

Beim BJV-Verbandstag entscheidet der Souverän, verweigert aber teilweise Reformen und Neuausrichtungen.

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  • München
  • Erstellt von Ferdinand Dörfler-Farthofer

Zukunft oder Vergangenheit?

 

Der Verbandstag ist das größte und wichtigste Gremium im Bayerischen Journalistenverband. Dort treffen die Mitglieder einmal im Jahr Entscheidungen, die umgesetzt werden sollen.

Der Bayerische Verbandstag ist ein Treffen aller Mitglieder des Journalistenverbandes, zumindest jener, die zu den Verbandstagen erscheinen. Jedes Mitglied hat das Recht, an diesem Tag teilzunehmen und mit seiner Stimme an der Zukunft und der Ausrichtung des Verbandes mitzuwirken.

Leider nehmen im Durchschnitt immer nur ein kleiner Teil der Mitglieder an diesem wichtigen Gremium teil.

Nach angespannten Jahren, in denen die Medienwelt auf Veränderung steht, in denen die Medienwelt immer mehr unter Druck gerät – wegen Populisten, wegen Fake News und vielem mehr – wird der Verbandstag immer wichtiger. 
War es früher fast ein Selbstläufer, jedes Jahr mehr Mitglieder zu gewinnen, so ist es nun schwierig geworden, denn auch innerhalb des Verbandes haben sich tiefe Gräben aufgetan.

Der Verband tat sich schwer mit der Reformierung von Alt und Neu, und dieser Reformprozess ist bei weitem nicht abgeschlossen.

Langsam aber sicher steuert er auf die Zukunft zu, doch zeitweise wirkt er wie ein altes Dampfschiff, das sehr träge reagiert und nur schwer zu steuern ist.

Nach einem Abend vor dem Verbandstag mit Empfang durch den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder zur Feier des 80-jährigen Bestehens des Bayerischen Journalistenverbandes stand nun hartes Arbeiten auf der Tagesordnung. Und dieses harte Arbeiten bedeutet auch hitzige Diskussionen und für viele oftmals auch wirre, schwer zu verfolgende Gedanken und Vorschläge, aber auch das liebe Geld, um das es sich extrem viel drehte.

Wie will man all die Aufgaben, die zunehmend wachsen, mit sinkenden Mitgliedsbeiträgen stemmen und wie will man Sparpotenziale einordnen, die sich anderswo nicht generieren lassen? 

 

Alt gegen Jung? Nein, es geht um kontroverse Gedanken und Vorschläge, die umzusetzen sind. Dabei geht es um Transparenz und Offenheit oder um Geheimniskrämerei und Disharmonie.

Für den Verbandstag wurde es zur Zerreißprobe, wie man sich für welchen Weg entscheidet. Der Verband muss darauf reagieren, wie die Zukunft zu gestalten ist. 
Die vor Ort befindlichen Mitglieder als oberster Souverän haben nun entschieden.

Wichtige Entscheidungen waren die Ernennung von drei Ehrenmitgliedern, die sich in den letzten Jahrzehnten verdient gemacht haben und früher eine große Stütze für den Verband waren.

Zwar wurde der Vorschlag, den Verbandstag alle zwei Jahre abzuhalten, um die enormen Kosten zu reduzieren, angenommen, jedoch wurde die erforderliche 2/3-Mehrheit nicht erreicht.

Die Mitgliederzeitung und auch im freien Markt erhältliche BJV Report sollte relativ radikal auf eine Printausgabe pro Jahr reduziert werden und gleichzeitig im Digitalen durchstarten. Dies wurde nun abgelehnt, man einigte sich auf vier Ausgaben pro Jahr und einen eher zaghaften Start ins Digitale.

Gerade hier wurde der Zwist zwischen Jung und Alt deutlich. Ein junger Flügel wollte den radikalen Start ins Digitale wagen, die älteren und erfahrenen Journalist*innen jedoch eher den langsamen und sicheren Weg der Vergangenheit beschreiten.

Ob dies nun zum geplanten Erfolg führen wird, ist unklar. Eines ist jedoch klar: Die Kosten rennen weiter. So liegt es nun an denen, die sich für den langsamen Weg entschieden haben, sich aktiv einzubringen – wie es in jedem Verband üblich ist. Dass sie neue Geldquellen erschließen und dass sie ihre Worte auch mit Taten untermauern.

Es ist fast wie in der Politik: Vorschläge und Ideen haben ist der eine Weg, ihre Umsetzung der andere, Verantwortung für die Worte folgen lassen ein weiterer. 


Ob der Verband den Weg in die Zukunft wirklich so meistern kann, wie es der oberste Souverän entschieden hat, wird erst die Zukunft weisen. Es wird jedoch wohl viel Arbeit bedürfen, um zukunftssicher zu werden.

Der Bayerische Journalistentag und die Mitgliederversammlung haben jedoch bewiesen: Wer sich nicht einbringt und sich nicht beteiligt, muss mit dem Endergebnis leben, das jene beschließen, die sich die Zeit nehmen, am Verband teilzuhaben. 

 

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