Hamburg, die zweitgrößte Stadt Deutschlands und eine der wohl reichsten Städte Europas, hat viele Sehenswürdigkeiten, die in aller Welt bekannt sind. Hamburg hat viele Prominente hervorgebracht und so viel Weltruhm erlebt und erzeugt. Doch wenn man in aller Welt nach Hamburg fragt, ist das eine der ersten Antworten. Die Reeperbahn, die Große Freiheit.
Ja, „Große Freiheit”, weil es eine zollfreie Zone ohne göttliche und weltliche Zwänge war, dieser Teil von St. Pauli. Die Seefahrer, die dort anlandeten, konnten sich ohne große Kontrollen aufhalten und bewegen. So entstand das größte Vergnügungsviertel Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Auf der Reeperbahn gibt es heute Etablissements wie die Ritze, eine Kultkneipe, das Dollhaus mit Live-Tabledance, aber auch das Safari, das Live-Sex auf der Bühne anbietet. Dort vollziehen mächtige, bestückte Männer mit Frauen live vor allen Zuschauern den Sexakt in allen möglichen Stellungen vollzieht und das mit einer bemerkenswerten Ausdauer.
Das kann man auf St. Pauli und der Reeperbahn in vielen Lokalen erleben, ebenso wie einige andere Dinge. Für Frauen gibt es Pubs, in denen nur sie Zutritt haben und in denen sie den Strip von Männern bis hin zum Anfassen erleben können, was zum Beispiel im Dollhaus nicht erlaubt ist. Dort dürfen Tänzerinnen nur begafft, aber nicht angefasst werden.
Gleichzeitig gibt es die Herbertstraße, in der sich Frauen in Schaufenstern zur Prostitution anbieten und mit ihren Reizen werben.
Eine dieser Prostituierten namens Domenika, die 2009 verstorben ist und heute im nahe gelegenen Panoptikum als Wachsfigur neben großen Politikern und anderen zu sehen ist, machte die Szene weltberühmt.
So mancher munkelt, dass so mancher bekannte Politiker an und in Domenika während seines Lebens war, doch sie schwieg immer über ihre Freier.
Was heute jedoch zu lesen ist, sind Tausende von Posts, in denen steht, dass die Reeperbahn immer mehr verkommt. Ein Ort, der gerade durch seine Kunst- und Graffitikultur sowie den vielen verschiedenen Formen der Kunst und den Musicals Cats, dem Tivoli-Theater und dem Schmidt-Theater geprägt war, erstickt im Dreck.
Seit Jahren hat der Hamburger Senat nichts mehr für diesen Stadtteil getan, sagen die Bewohner. Die Gehsteige sind vermüllt, verdreckt, aufgerissen und in einem desolaten Zustand. Die Abgänge und Fluchtwege aus den Etablissements sind mit Fäkalien, Drogenspritzen, Kondomen und allerlei Müll sowie Glasscherben übersät.
Bei zweitägigen Recherchen vor Ort zu verschiedenen Zeiten am Tag konnte nur beobachtet werden, dass einzelne Geschäftsinhaber zwar vor ihrem Geschäft zusammenkehren, den Dreck jedoch einfach auf die Straße kehren.
Für so manchen Künstler muss es beschämend sein, dass der Ort, an dem beispielsweise die Beatles erwachsen wurden, in so viel Dreck erstickt.
Während Hamburg an so manchem Ort Prachtbauten errichtet, die liebevoll gepflegt werden, ist dies an diesem weltberühmten Ort nicht der Fall.
Heute ist es nicht mehr die Reeperbahn, die man kennt, und viele wünschen sich den Glanz und den Glamour zurück, den sie einst ausstrahlte.
„Pfeffersäcke” nennen die Hamburger ihre politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen – eher liebevoll, aber auch abschätzig. Es ist keine Bewertung der einzelnen Person.
Impressionen von der Reeperbahn hier bei AKTIVNEWS.
