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Samstag, 8. August 2026

Die Zahlen sind erschreckend: Angriffe auf Journalist:innen nehmen zu. Roundtable

  • Nachrichten Kategorien, Freie Fotografen, Gesellschaft & Kultur, TV & Video, Einsatzdokumentationen
  • Meldungs-ID:95c280ad-5698-4559-a08d-bc3c028a440f
  • Nürnberg
  • Erstellt von Ferdinand Dörfler-Farthofer

Enorme Dunkelziffer

 

So ist es auch uns bei AKTIVNEWS erst kürzlich ergangen: Bei unserer Arbeit, der Dokumentation der Fans beim Spiel Red Bull Salzburg vs. Basel, wurden wir völlig unerwartet von einer Gruppe Ultras der Salzburger Fans angegriffen.
Das ist völlig unverständlich, weil ein enormes Polizeiaufgebot rundum stand und bis zu diesem Zeitpunkt alles extrem friedlich war. 
Die Folge: zerstörte Ausrüstung, Festnahme eines Täters, Strafanzeige – und die Arbeit des Journalisten ist abgebrochen, er kann nicht fertig berichten.

Solche und ähnliche Übergriffe passieren immer wieder.
Aktuelle Zahlen aus Bayern zeigen, dass es im Jahr 2025 knapp 40 Vorfälle gab, bei denen Journalist*innen angegriffen und sogar körperlich verletzt wurden und ihre Ausrüstung beschädigt wurde.

Darum luden das MedienNetzwerk Bayern, Innenministerium und der Bayerische Journalistenverband zum Round Table nach Nürnberg ein. Erst im Herbst wurde in München eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt.

Es war ein hochkarätiges Treffen von Journalist*innen und Journalistenverbandssprechern sowie hochrangigen Polizeibeamt*innen, Mitarbeitern des Innenministeriums und der Pressestellen der Polizei.

Allen war und ist klar, dass die Dunkelziffer der Angriffe um ein Vielfaches höher ist, denn in den polizeilichen Statistiken können nur die angezeigten Fälle aufgeführt werden. Wie sich klar herausstellte, ist eine große Anzahl der anwesenden Journalist*innen schon mindestens einmal Opfer solcher Angriffe geworden.

Die Schätzungen sind recht vage, aber man geht von bis zur vierfachen Zahl der bekannten Anzeigen aus.

Doch Gewalt gegen Journalist:innen ist vielschichtiger und beginnt auch auf sehr niederschwelliger Ebene.

Dazu zählen das demonstrative Stellen vor die Kamera, das Herunterdrücken einer Kamera und das verbale Beschimpfen.

Aber auch Drohungen über soziale Medien, Telefon und E-Mail sind solche Gewaltdelikte.

Gerade das Innenministerium plädierte dafür, jeden Vorfall den anwesenden Journalist*innen zu melden, um der Behörde ein wahres Bild des Ausmaßes zu vermitteln.

Bei dieser hochkarätigen Veranstaltung konnte ein Resümee gezogen werden: Sowohl die Polizei als auch die Journalist*innen tragen zur Erhaltung der Demokratie bei und sind wichtige Säulen der Demokratie.

Der Roundtable in Nürnberg war nun der fünfte dieser Art seit 2023 und es sollen auch in Zukunft ähnliche Veranstaltungen geben, die es ermöglichen, dass sich Behördenvertreter und Journalist*innen über diese und andere Themen direkt austauschen können. 

 

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