In Tagen wie diesen, wenn Tausende von Touristen die Stadt Salzburg besuchen, das schöne Wetter genießen und von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen. Wenn aus der Ferne die Beats der Klangparade über die Stadt hallen und sich an den Wänden des Festungsberges brechen, dann werden sie fast nicht wahrgenommen.
Die goldenen Stolpersteine, die überall in der Stadt Salzburg in den Bordsteinen vor Wohnhäusern eingelassen sind.
Viele Touristen, gerade aus dem asiatischen Raum oder dem Mittleren Osten, wissen nicht, was diese Steine bedeuten.
Doch wenn man ihnen kurz erklärt, worum es sich handelt, dann sind sie betroffen und ein wenig nachdenklich.
Gerade wenn ein Großaufgebot die Klangparade sichern muss, weil Schlimmes befürchtet wird, treten solche Handlungen umso deutlicher hervor.
Allein auf einer Strecke von nicht einmal 50 Metern am sogenannten Müllner Hügel findet man vier solcher Steine. Sie erzählen von abgrundtiefem Hass, der in der Bevölkerung geschürt und verbreitet wurde. Von einem grausamen Schicksal und einem verbrecherischen Mord an diesen vier Menschen, doch es waren Millionen, die in ganz Europa durch diesen Mordkomplott ermordet wurden.
Und heute?
Heute erfahren Rechtspopulisten, Nazibewunderer und Ewiggestrige wieder Gehör. Mit denselben Lügen und mit denselben Hass säen sie die Saat des Bösen.
Sie schüren Ängste, verbreiten schlimme Geschichten, loben eine Zeit, die es nie wieder geben sollte und auch nie wieder geben darf.
Heute steht der Staat auf der Kippe. Auch in wichtigen staatlichen Funktionen findet man bereits Anhänger dieser Ideologie.
Manche wünschen sich diese Verbrechen zurück. Früher waren es Juden, Sinti und Roma, Behinderte und Andersdenkende, heute sind es Ausländer und Migranten, Flüchtlinge, Andersdenkende und körperlich sowie geistig beeinträchtigte Menschen.
Deswegen sind diese Stolpersteine und das Reden darüber wichtig, um zu zeigen: Hier ist ein STOP und kein Weiter, nein ein NIE WIEDER ist hier und jetzt.
Bernhard Gold wohnte bis Oktober 1942 in Salzburg (Link).
Maria Schiemer wurde 1941 im Rahmen des Euthanasie-Programms im Schloss Hartheim ermordet (Link).
Auguste Volkmann wurde ebenso 1941 in Hartheim ermordet (Link).
Pauline Gassner wurde ebenfalls 1941 in Hartheim ermordet (Link).
Erfahren Sie mehr über die vielen Menschen, die allein in Salzburg dem Terror zum Opfer gefallen sind. (Link)
Stolpersteine Salzburg – Ein Kunstprojekt für Europa von Gunter Demnig
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