Die Meteorologen hatten es angekündigt: Der Tag vor der Sommersonnenwende sollte einer der heißesten des Jahres werden. Strahlender Sonnenschein, extreme Hitze, gerade zur Mittagszeit.
Und die Sonnenbrandgefahr war extrem hoch.
So wie es nicht planbar ist, dass es regnet oder die Sonne erbarmungslos brennt, müssen Termine für Turniere im Voraus geplant werden. So stand seit Monaten der 20. Juni als Termin für das letzte Saison-Turnier der American-Flag-Football-Turnierserie im oberbayerischen Erding fest.
Für die Gastmannschaft aus Salzburg, die Salzburger Ducks, die erstmals an einer solchen Turnierserie teilnahmen, war es ein spannendes Erlebnis.
Sie starteten als absolute Underdogs in diese Serie. In der Hallensaison hatten sie viel Kampfgeist und Ehrgeiz gezeigt, waren aber allzu oft die Verlierer und gingen dennoch mit erhobenem Haupt vom Spielfeld.
In weiterer Folge wurde trainiert und Stück für Stück aufgebaut. Auf die Erfahrungen aufgebaut, Schwächen analysiert und daran intensiv gearbeitet. Das Team wuchs und wurde sichtbar stärker.
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
Einige Spiele gingen zwar verloren, doch es wurden auch triumphale Siege gefeiert und das Selbstbewusstsein wurde größer und größer.
Die Schiedsrichter*innen lobten die junge Mannschaft, auch wenn sie hin und wieder Kritik an den sehr engagierten jungen Trainern übte, die verständlicherweise ihre Emotionen auslebten. Das machte das Team aber auch extrem stark.
Es gab Eltern, die sich stark einbrachten, das Team nach besten Kräften unterstützten und ihr berufliches Können einbrachten. Es gab Sportwissenschaftler, die sich um die Physiologie der Spieler*innen kümmerten, Krankenschwestern, die bei Verletzungen zur Stelle waren und diese versorgten, sowie Verpflegung, die jederzeit zur Verfügung gestellt wurde, damit genug getrunken und Kraft gesammelt werden konnte.
Ja, das Team wuchs regelrecht zusammen. Die einen stellten sich als Fahrer für die geliehenen Teambusse zur Verfügung, damit die Kinder sicher zu den Spielorten gelangten, die anderen fuhren zu den Auswärtsspielen, die oft bis zu 200 Kilometer von Salzburg entfernt waren, um das Team anzufeuern.
So konnte sich das Teammanagement um den Teammanager Felix bestens auf die Spiele und die Vorbereitung konzentrieren.
Es konnte eine Erweiterung der Trainingsausrüstung organisiert werden und so wurde ein hoch effizientes Trainerteam um Headcoach Tristan und seinen Trainern Max , Leonidas Und David, aufgestellt.
Doch es läuft nicht immer so rund, wie man es sich erhofft, und so wurden den jungen Ducks-Spieler*innen beim ersten Spiel in Erding gegen die Munich Cowboys (black) aufgezeigt, wo noch ihre Schwächen liegen. Agility, also die Fähigkeit, schnelle Richtungswechsel auszuführen, und Selbstsicherheit.
Es galt, die Nervosität vor dem ersten Spiel abzubauen und die Sicherheit in den eigenen Spielzügen zu gewinnen.
Ja, ein erster Touchdown der Munich Cowboys ließ die Selbstsicherheit, die noch im Aufwärmen zu spüren war, bröckeln.
Die jungen Ducks kamen dann einfach nicht ins Spiel und wurden in ihrer Lebenserfahrung knallhart auf den Boden der Realität zurückgeholt. Jeder gegnerische erfolgreiche Angriff baute ein Stück Selbstsicherheit ab.
Dennoch wurde auch Stück für Stück Selbstsicherheit aufgebaut, wenn doch wieder ein Spielzug gelang.
Verloren ging die erste Partie dennoch und die Trainer mussten einerseits klare Worte finden, warum es verloren ging, und andererseits, wie es beim nächsten Mal besser werden würde.
Nach einem Spiel Pause war es schließlich so weit: Mittlerweile war das Thermometer auf unerträgliche 34 Grad bei praller Sonneneinstrahlung gestiegen.
Dennoch war es der Teamführung – auch dank der vielen Helfer – gelungen, dass die Spieler*innen relativ erholt und gestärkt durch viel Schatten, Getränke, leichtes Essen und ermunternde Worte hochmotiviert in ihr letztes Spiel der Saison starten konnten. Und es wurde ein würdiges, von den Salzburg Ducks dominiertes Spiel.
Fast jeder Spielzug gelang, die Schwächen des ersten Spiels waren regelrecht vom Winde verweht.
Würfe, Pässe, Läufe – alles war extrem strukturiert und zielgerichtet. Ging der Gegner aufs Ganze, stand die Defense perfekt und störte so sofort die Bemühungen der gegnerischen Offense.
Ein Jubel folgte auf den nächsten.
Die Schiedsrichter waren gerade von den beiden weiblichen Spielerinnen begeistert, sie waren aus deren Sicht die besten Spieler des Tages.
Zug um Zug gingen sie direkt in ihrer Aufgabe auf und waren sofort dort, wo sie sein mussten.
Das ganze Team lief so in einer Welle der Euphorie in einen fulminanten Sieg.
Trainerteam, Eltern, Helfer – alle waren begeistert.
Aber auch die Gegner waren von der Stärke und Entschlossenheit dieses Teams beeindruckt.
Erding war somit der krönende Abschluss einer einzigartigen Saison. Underdocks wurden zu einer der gefürchtesten Mannschaften der Saison.
Sie präsentierten sich als extrem starkes Team und zeigten, was in ihnen steckt.
Impressionen aus Erding, einem super organisierten Turnier, hier bei AKTIVNEWS.
