Es war das Jahr, in dem ein Terrorregime, welches Deutschland, Bayern und die ganze Welt ins Unglück stürzte, gestürzt wurde und der bis dahin schlimmste Krieg beendet war, als sich der Bayerische Journalistenverband gründete.
Seither setzt er sich dafür ein, dass Journalismus nicht mehr zum Propagandainstrument missbraucht wird und sich Populisten und Extremisten dessen nie wieder bedienen können.
Im Sommer 1946 wurde nach einigen Zulassungen für Zeitungen schließlich auch der Bayerische Journalistenverband gegründet.
Das Ziel war, die Medien so auszubilden, dass sie niemals wieder dem Populismus, der Hetze und dem Hass dienlich werden.
In den Jahren kam der Pressekodex, und jeder, der dem Journalistenverband beitrat, erklärte sich bereit, sich diesem zu unterordnen. Auch wurde die Deutsche Journalistenschule mitbegründet.
Nun, 80 Jahre später, tritt der Bayerische Journalistenverband in die Fußstapfen seiner Gründerväter.
Mit einem Staatsregierungsempfang ehrte Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Leistungen des Bayerischen Journalistenverbandes und hob deren besondere Bedeutung hervor.
Der Ministerpräsident hatte selbst kurzzeitig als Journalist gearbeitet und ein Volontariat beim BR absolviert.
Dies war eine Aussage in seiner Festrede von über 35 Minuten.
„Ich versichere Ihnen, dass in Bayern jede Art von Gewalt gegen Journalist*innen nicht akzeptiert wird und die Härte des Gesetzes mit aller Kraft durchgesetzt wird.
In den letzten Jahren ist es immer häufiger und imposanter geworden, dass Journalist*innen für ihre Tätigkeit angegriffen werden. Die Bandbreite reicht von verbalen Entgleisungen bis hin zu körperlichen Übergriffen.
Grund für diese Entwicklung ist oftmals nur die Meinung, die Journalistin oder der Journalist hätte nicht entsprechend berichtet, eine andere Meinung gehabt oder nicht im Sinne der Betroffenen berichtet.
In den sozialen Medien wird massiv gegen Journalist:innen gehetzt und zur Gewalt aufgerufen.
Ein Sprichwort besagt: Worte sind der Weg zu Taten.
Fast jede*r Journalist*in, der oder die heute im Tagesaktuellen agiert und arbeitet, kennt Anfeindungen. Und oftmals sind es nicht einmal politische Themen, sondern ganz Alltägliches, das zu diesen unsäglichen Auswüchsen führt.
Gespräche unter Journalist*innen zeigen, wie schwerwiegend die Situation geworden ist.
Ein von AKTIVNEWS beobachtetes halbes Jahr zeigt, was heute wirklich in der Welt des Journalismus passiert.
Es gibt Beschimpfungen, wenn über rechtspopulistische Demos oder Umwelt- und Naturschutzthemen berichtet wird.
Erst jüngst, als ein Starkregenereignis Murenabgänge auf das Kleine Deutsche Eck verursachte. Die Aussagen des Geologen zur Situation wurden Anlass für die schlimmsten Beschimpfungen.
Es gab auch Hassbotschaften, weil über CSD und queere Veranstaltungen berichtet wurde.
Auch dort wurden in den sozialen Medien Worte mit Gewaltandrohungen verbreitet.
Besonders dramatisch, einschließlich Morddrohungen und dem Erscheinen vor der Haustür des Journalisten, war der tödliche Unfall eines jungen Mannes.
Der Journalist hatte noch erste Hilfe leisten und den Mann retten wollen. Die Hasswelle derer, die fanden, man dürfe darüber nicht berichten, war extrem.
Verleumdungen, Falschbehauptungen und Fake-Geschichten wurden in Windeseile verbreitet.
Der Journalist selbst und auch seine Familie wurden massiv bedroht und angegriffen.
In jeder erdenklichen Lage wurde und wird versucht, dem Journalisten zu schaden.
Auch der für das Unternehmen unliebsame Bericht zu einem Wirtschaftsskandal in der Region wurde von Unternehmen und Personen dazu genutzt, dem Journalisten zu schaden.
Sehr oft werden aber auch die eigenen sozialen Medienportale von Bashern genutzt, um sie gegen die Journalist*innen selbst zu verwenden.
Der Journalismus steht vor einer enormen Herausforderung.
Wahrscheinlich die größte seit der Gründung des Journalistenverbandes.
Die Frage ist, wie der Verband in die Zukunft geführt werden kann, damit Journalismus auch wieder sicher ist und Populismus nicht die Überhand gewinnt.
So feierte der Bayerische Journalistenverband im Beisein vieler politisch Verantwortlicher in Bayern und des gesamten Bundesvorstandes des Deutschen Journalistenverbandes ein eindrucksvolles Fest zu Ehren derer, die den Verband aufbauten, und zur Ehren des unabhängigen Journalismus.
Impressionen der Veranstaltung finden Sie hier bei AKTIVNEWS.
