Das große, dicke Ende kommt noch.
Ja, vier Bundesländer in Deutschland sind am Freitag in die Semesterferien gestartet, während sie in anderen Regionen enden.
Doch viele der Autos auf den Autobahnen kommen aus den Beneluxstaaten, insbesondere aus den Niederlanden.
Was viele nicht wissen: Die holländischen Frühlingsferien sind in diesem Jahr vom 21. Februar bis zum 1. Mai, d. h., alle Schulpflichtigen haben dann schulfrei. Die jetzt unterwegs befindlichen Familien haben noch keine schulpflichtigen Kinder. Sie machen es ähnlich wie in den anderen Ländern und fahren vor oder nach den Ferien in die Winterregionen, um Urlaub zu machen.
Bereits in den Morgenstunden rollte die unaufhaltsame Blechlawine aus dem Norden in Richtung Süden.
Auf der BAB 3 Frankfurt-Nürnberg wurde bereits ab 6 Uhr zähfließender Verkehr in Richtung Süden gemeldet, Unfälle sorgten dann ebenfalls für Staus.
Die BAB 9 und die BAB 7 wurden dann zum Nadelöhr.
Das Allgäu hat an diesem Wochenende erstmals seine Abfahrtssperren scharf geschaltet und dennoch wurde bereits um 9 Uhr gemeldet, dass es auch dort kein Durchkommen mehr gibt.
Ähnliches gab es in und um München. Zusätzlich fand in der Innenstadt der Münchner Sicherheitsgipfel statt, es gab etliche Demonstrationen und auch die größte am Teresienplatz.
Dort erwarteten die Veranstalter rund 200.000 Menschen, die gegen das iranische Regime demonstrieren wollten.
Auch diese Demonstranten reisten aus allen Richtungen nach München.
Der wirkliche Kollaps passierte dann auf der BAB 8 München-Salzburg und umgekehrt, am Knoten München Süd in Richtung Norden sowie auf der BAB 7 und der BAB 95. Alle drei Autobahnen kamen in Richtung Süden zum Erliegen.
Laut Radio betrugen die Zeitverluste über zwei Stunden.
Von Hofolding über Waging bis zum Inntaldreieck kam der Verkehr zeitweise komplett zum Stillstand. Auch in der Irschenbergsenke, vor Bernau und vor dem Grenzübergang Walserberg staute sich der Verkehr fast durchgehend.
Die Abfahrtssperren in Traunstein und im BGL funktionierten nicht wirklich.
Anwohner wie die aus Aufham, die das Chaos mit ihrem Handy dokumentierten, waren fassungslos.
„Wo ist unsere Polizei? Warum haben wir Abfahrtssperren, und trotzdem fährt ein Fahrzeug nach dem anderen durch unseren Ort?” Bei der Brücke Jechling, also jener Brücke über die Autobahn, weichen die Ausweicher den von ihnen verursachten Stau wieder aus und fahren nun durch ein Wohngebiet mit 30 km/h-Begrenzung, um einen Stau auf der Autobahn zu entgehen.
Gerade jetzt, in der Zeit des lokalen Wahlkampfes, müssten die Möchtegern-Politiker hierher kommen, sich das ansehen und wirklich etwas für uns tun.
Und das sind nur die Semesterferien. Was werden wir erst erleben, wenn die Oster- oder Sommerferien kommen? So sagte auch ein älterer Mann, der zunächst noch mit dem Handy von der Brücke den Stau filmte und fotografierte, während er gleichzeitig an ihm vorbeifahrenden Urlaubsautos ausweichen musste.
Erst am Nachmittag konnte die Polizei Kräfte zu den Ausfahrten bringen und so ein wenig Entlastung bringen, doch das Chaos war schon perfekt. Wie auf der kleinen Kreisstraße zwischen Piding und Anger, einschließlich Sattelzügen, schlängelte sich der Verkehr durch die Ortschaften und brachte sie zum Erliegen.
